Im Jahr 2025 seien so viele Deutsche ausgewandert wie nie, 288.579, drei Viertel von ihnen Akademiker, und das Land verliere seine Besten: So lautet die Behauptung. Bei fast der Hälfte dieses Rekords führt das Statistische Bundesamt das Ziel als unbekannt, und nach seinen eigenen Hinweisen haben viele dieser Menschen Deutschland nie verlassen. Was bleibt, ist real und etwa halb so groß. Gemessen an den Nachbarn und an der eigenen Geschichte gehen wenige Deutsche, und in Deutschland leben weit mehr Akademiker aus dem Ausland als deutsche Akademiker im Ausland. Zwei Dinge halten der Prüfung stand: Der Wanderungsverlust an Staatsbürgern ist der größte seit 2008, und keine Statistik erfasst, wer geht.
Von Raphael Bauer44 Min. Lesezeit
Am 1. Juni 2026 veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Wanderungszahlen für 2025. Nach seiner Zählung zogen im einundzwanzigsten Jahr in Folge mehr Deutsche fort, als zurückkamen, und der Verlust war von 81.000 auf 97.000 gestiegen. …
Deutschland hat ein Wort für den Tod seiner Insekten, ein Gesetz dagegen und eine berühmte Zahl: drei Viertel weniger in 27 Jahren. Die Zahl beschreibt das Gewicht der Insekten aus Fallen an 63 Standorten in Schutzgebieten, 57 davon in einem Bundesland, 37 davon nur in einem Jahr beprobt. Wo gemessen wurde, hält der Rückgang der Prüfung stand. Für das Land als Ganzes hatte niemand gemessen, als die Zahl 2017 erschien, und daran hat sich seither nichts geändert.
Von Raphael Bauer36 Min. Lesezeit
Im Oktober 2017 veröffentlichten der Entomologische Verein Krefeld und eine Gruppe von Ökologen aus Nimwegen, was die Insektenfallen des Vereins in 27 Jahren gefangen hatten. Es wurde immer weniger: 2016 lag das Gewicht der Fluginsekten in …
Heute leben wahrscheinlich mehr Eisbären als in den 1960er-Jahren. Doch die Zahl von damals war geschätzt, und wo der Bestand wuchs, lag es an Jagdbeschränkungen, nicht am Klima. Für fast die Hälfte der Teilpopulationen weltweit gibt es überhaupt keinen verwertbaren Trend.
Von Raphael Bauer23 Min. Lesezeit
Der Eisbär hat ein Imageproblem in beide Richtungen. Seit zwei Jahrzehnten ist er das Gesicht der schmelzenden Arktis, abgemagert und auf einer schrumpfenden Scholle gestrandet. Fast ebenso lange gibt es die Gegenbehauptung: Die Zahl der …