Am 10. Oktober 1932 schrieb ein 21-jähriger Dozent in Dundee an Ronald Fowler über die erste Stunde einer Vorlesung, die er gerade begonnen hatte. Er sei recht zufrieden mit sich gewesen, berichtete er, denn es sei, wie er glaube, ein neuer Zugang zum Thema gewesen. Eines könne er sagen: Er habe sich das alles selbst ausgedacht. Er hatte seine Studenten gefragt, warum es in einer Wirtschaft, in der doch die Preise das Organisieren übernehmen sollen, überhaupt Unternehmen gibt. Seine Antwort: Den Grund habe er in den Kosten gefunden, die es verursacht, solche Transaktionen über den Markt abzuwickeln. Dann fragte er Fowler, was dieser von der Idee halte1.
Der Briefschreiber war Ronald Coase. Fünf Jahre später erschien das Argument dieser Vorlesung in der Zeitschrift Economica unter dem Titel „The Nature of the Firm“: 20 Seiten, 51 Fußnoten, ein Diagramm und keine einzige Gleichung (eigene Zählung)2. 1991 war dieser Aufsatz einer der beiden, für die Coase den Wirtschaftsnobelpreis erhielt3. Crossref, das Register wissenschaftlicher Literaturverweise, zählt mehr als 15.000 Zitierungen des Aufsatzes4. Dessen Autor aber nannte ihn 1970 „much cited and little used“ – viel zitiert und wenig benutzt5. Und 2009, mit 98 Jahren, sagte er, ihn überrasche, wie oft der Aufsatz zitiert werde, er sei doch „little more than an undergraduate essay“ – kaum mehr als eine Studentenarbeit6.
Drei Zahlen
Das Rätsel, das er nach Amerika mitnahm
Coase wurde 1910 in Willesden geboren, einem Vorort von London, als einziges Kind eines Telegrafisten der Post. Beide Eltern hatten die Schule mit zwölf Jahren verlassen3. 1929 ging er an die London School of Economics, um Betriebswirtschaft zu studieren. Das Studium war nach seinen Worten für künftige Betriebsleiter gedacht, und für diesen Beruf sei er denkbar ungeeignet gewesen. Fünf Monate vor den Abschlussprüfungen begann er, das Seminar von Arnold Plant zu besuchen, dem neuen Professor für Betriebswirtschaft7.
Von Plant lernte er, was Ökonomen unter Koordination durch Preise verstehen. Plant zitierte Sir Arthur Salter mit dem Satz, das normale Wirtschaftssystem laufe von selbst. Niemand lenkt es, und niemand muss es lenken, denn wo Güter knapp sind, steigen die Preise, und die Produzenten folgen ihnen. Es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise, Pläne zur Lenkung der Industrie waren in Mode, und Plant lehnte sie alle ab. Der Wettbewerb, sagte er, besorge über die Preise alle Koordination, die nötig sei7.
Coase übernahm das und sah darin eine Lücke. Ökonomen sprachen auch von einem Produktionsfaktor namens Management, dessen Aufgabe das Koordinieren sei. Wozu brauchte man ihn, wenn das Preissystem alle nötige Koordination leistete? Dieselbe Frage stellte sich in größerem Maßstab. Die Russische Revolution lag vierzehn Jahre zurück. Lenin hatte, so erinnerte sich Coase, angekündigt, die russische Wirtschaft werde wie eine einzige große Fabrik geführt werden, und Ökonomen im Westen hielten dem entgegen, das sei unmöglich. Dabei war der Westen voller Fabriken, und manche waren sehr groß7.
Mit dieser Frage reiste er 1931 als Stipendiat in die Vereinigten Staaten, um zu untersuchen, warum Branchen so unterschiedlich organisiert sind. Er besuchte nur wenige Vorlesungen. Er besichtigte General Motors und Ford in Detroit, das Stahlwerk in Gary, Sears Roebuck und die Schlachthöfe von Chicago. Einen Tag lang saß er im Büro eines Einkäufers und hörte dessen Telefonaten zu. Er las im Branchenverzeichnis des Telefonbuchs und staunte, wie viele spezialisierte Unternehmen es in dem gab, was man für eine einzige Branche hielt. Die Fachliteratur zu seinem Thema nannte er in einem Brief nach Hause „absolute bilge“ – völligen Unsinn1.
Der Aufsatz von 1937 formuliert das Rätsel ohne Lenin und ohne Telefonbuch. In einem Unternehmen, stellt er fest, bewegen nicht Preise die Menschen: Wechselt ein Arbeiter von Abteilung Y in Abteilung X, dann nicht, weil sich relative Preise geändert haben, sondern weil er dazu angewiesen wird2. Ein Bild leiht sich der Aufsatz bei dem Cambridger Ökonomen D. H. Robertson. Für ihn waren Unternehmen „islands of conscious power in this ocean of unconscious co-operation like lumps of butter coagulating in a pail of buttermilk“ – Inseln bewusster Macht in einem Ozean unbewusster Zusammenarbeit, wie Butterklumpen, die in einem Eimer Buttermilch gerinnen8. Und der Aufsatz fragt, warum es diese Inseln überhaupt gibt, wenn doch die Preise das Organisieren übernehmen können2.
Es sind große Inseln. Herbert Simon stellte sich 1991 einen Besucher vom Mars vor, dessen Teleskop Unternehmen als grüne Flächen zeigt und Markttransaktionen als rote Linien dazwischen. Nach Hause würde der Besucher, schrieb Simon, von großen grünen Flächen berichten, die durch rote Linien verbunden sind, und er wäre überrascht zu hören, dass man dieses Bild eine Marktwirtschaft nennt9.
Was der Preismechanismus kostet
Coases Antwort passt in einen Satz: Ein Unternehmen zu gründen lohne sich wohl vor allem deshalb, weil die Nutzung des Preismechanismus etwas koste. Jemand muss herausfinden, welche Preise gelten. Jeder Tausch braucht einen Vertrag, der ausgehandelt und geschlossen werden muss. Im Unternehmen ersetzt ein einziger Vertrag viele: Ein Arbeitnehmer verpflichtet sich gegen Lohn, in bestimmten Grenzen den Anweisungen eines Unternehmers zu folgen, und innerhalb dieser Grenzen wird ihm gesagt, was er tun soll. Der Betrieb eines Marktes koste etwas, fasst Coase zusammen, und eine Organisation spare einen Teil dieser Kosten2.
Der Einwand liegt nahe, und Coase erhebt ihn selbst: Wenn Organisieren Kosten spart, warum findet dann nicht die gesamte Produktion in einem einzigen großen Unternehmen statt? Seine Antwort: Auch das Organisieren kostet etwas, und diese Kosten steigen, wenn ein Unternehmen wächst, weil derjenige an der Spitze mehr im Blick behalten muss und mehr Fehler macht. Coase nennt das „decreasing returns to the entrepreneur function“, abnehmende Erträge der Unternehmerfunktion. An einem bestimmten Punkt sind beide Kostenarten gleich hoch. Ein Unternehmen wachse, schreibt er, bis die Kosten, eine weitere Transaktion im Unternehmen zu organisieren, so hoch seien wie die Kosten, dieselbe Transaktion über den offenen Markt abzuwickeln oder in einem anderen Unternehmen zu organisieren2.
Mehr Teile hat der Kern der Theorie nicht. Sie macht die Größe eines Unternehmens zu einer Frage des Vergleichs, und in einer Fußnote liefert sie Coase eine Antwort an die Planer und an ihre Gegner zugleich. Staatliche Planung werde der Industrie auferlegt, merkt er an, Unternehmen dagegen entstünden freiwillig, weil sie eine effizientere Art seien, die Produktion zu organisieren. Die Fußnote endet mit einem Ausrufezeichen: „In a competitive system, there is an ‘optimum’ amount of planning!“ – in einem Wettbewerbssystem gebe es ein optimales Maß an Planung2.
Belege bietet der Aufsatz fast keine. Ein Weber aus Lancashire, ein Kaufhaus und eine russische Fabrik kommen am Rande vor, aber es gibt keine Tabelle, und kein Unternehmen wird untersucht. Sein bekanntester Begriff fehlt: Der Ausdruck „transaction cost“ kommt nirgends vor. Coase schreibt stattdessen von „marketing costs“, Kosten der Marktnutzung, und zwar achtmal, und vom „cost of using the price mechanism“, den Kosten der Nutzung des Preismechanismus (eigene Zählung). Und der Aufsatz endet bescheiden. Seine Schlussworte nennen das ganze Unterfangen eine vergleichsweise einfache Aufgabe der Definition und Klärung2. Als Coase den Aufsatz ein halbes Jahrhundert später wieder las, fiel ihm auf, wie außerordentlich einfach er war10.
Glückwünsche auf dem Weg zum Mittagessen
Einen Entwurf hatte er im Frühsommer 1934, mit 23 Jahren. Veröffentlicht wurde der Aufsatz mit sehr wenigen Änderungen im November 1937, und inzwischen lehrte Coase an der London School of Economics10. An dem Tag, an dem das Heft der Economica erschien, hätten ihm Sargent und Plant, die Professoren für Betriebswirtschaft, auf dem Weg zum Mittagessen gratuliert, erinnerte er sich. Keiner von beiden habe den Aufsatz je wieder erwähnt oder mit ihm darüber gesprochen. Auch der Leiter seines Fachbereichs, Lionel Robbins, sprach ihn nie darauf an, ebenso wenig Friedrich Hayek10.
Vergessen wurde der Aufsatz nicht. George Stigler nahm ihn in den Sammelband mit Texten zur Preistheorie auf, den die American Economic Association 1952 herausbrachte. Das habe die Zahl der Fußnotenverweise erhöht, sagte Coase, aber kein wirkliches Interesse an den aufgeworfenen Fragen geweckt11. Eben das meinte er 1970 mit „much cited and little used“, und er nannte einen Grund: Die Probleme, die seine Theorie erhellen sollte, hätten die Ökonomen in den Jahren zuvor wenig interessiert5. Sein späterer Aufsatz über soziale Kosten war dagegen, wie er selbst schrieb, sofort ein Erfolg3. Die Schwedische Akademie der Wissenschaften hielt 1991 fest, es habe lange gedauert, bis sein Ansatz Fuß gefasst habe12.
Am häufigsten zitiert in den 1990er- und 2000er-Jahren
Von je 1.000 erfassten Arbeiten eines Fachs zitieren so viele „The Nature of the Firm“, nach Jahrzehnt des Erscheinens.
Die Zahlen anzeigen
| Erschienen | VWL: zitierende Arbeiten | von allen Arbeiten | je 1.000 | BWL: zitierende Arbeiten | von allen Arbeiten | je 1.000 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1970er | 40 | 29.838 | 1,34 | 37 | 18.044 | 2,05 |
| 1980er | 246 | 68.812 | 3,57 | 172 | 39.890 | 4,31 |
| 1990er | 658 | 127.625 | 5,16 | 836 | 100.937 | 8,28 |
| 2000er | 1.589 | 354.124 | 4,49 | 3.263 | 339.190 | 9,62 |
| 2010er | 1.962 | 678.416 | 2,89 | 4.483 | 878.774 | 5,10 |
| 2020–25 | 905 | 540.229 | 1,68 | 1.763 | 852.625 | 2,07 |
Die Zitierstatistik passt zu dieser Darstellung, soweit sich das prüfen lässt. OpenAlex, ein offenes Verzeichnis wissenschaftlicher Arbeiten, ordnet Arbeiten nach Fächern und führt auf, welche den Aufsatz zitieren. Für die Zeit vor 1970 kennt es zu wenige Literaturverzeichnisse, um brauchbar zu sein. Von je 1.000 volkswirtschaftlichen Arbeiten zitierten den Aufsatz 1,3 in den 1970er-Jahren, 3,6 in den 1980er-Jahren und 5,2 in den 1990er-Jahren, dem Jahrzehnt des Nobelpreises. Seither ist die Quote auf 1,7 gefallen, obwohl die Zahl der zitierenden Arbeiten weiter stieg, in den 2010er-Jahren auf fast 2.000: Das Verzeichnis wuchs schneller. In betriebswirtschaftlichen Arbeiten erreichte die Quote ihren Höchststand später, und er lag höher: 9,6 in den 2000er-Jahren. Nach der Einteilung des Verzeichnisses gehören 45 Prozent aller Arbeiten, die den Aufsatz zitieren, zur Betriebswirtschaftslehre und 23 Prozent zur Volkswirtschaftslehre (eigene Zählung)13.
In den 1970er-Jahren fand der Aufsatz Kritiker, und ein Ökonom, Oliver Williamson, ging daran, ihn prüfbar zu machen.
Ein Satz, der offensichtlich stimmt
Die schärfste frühe Kritik kam 1972 von Armen Alchian und Harold Demsetz. Coases Unternehmen beruht auf Autorität: In ihm tun Menschen, was man ihnen sagt. Alchian und Demsetz nannten das eine Selbsttäuschung. Ein Unternehmen, schrieben sie, habe keine Weisungsgewalt, keine Autorität und keine Disziplinarmittel, die sich im Geringsten von gewöhnlichen Marktverträgen zwischen zwei beliebigen Personen unterschieden. Ein Arbeitgeber kann kündigen oder klagen, und das kann ein Kunde gegenüber seinem Händler auch. Einem Angestellten zu sagen, er solle diesen Brief tippen, statt jenes Dokument abzulegen, sei dasselbe, wie einem Lebensmittelhändler zu sagen, man wolle diese Marke Thunfisch und nicht jene Sorte Brot14.
Ihr zweiter Einwand ging tiefer. Dass Unternehmen mehr selbst machen, wo die Nutzung des Marktes mehr kostet, sei ein Satz, dem man schwer widersprechen und den man schwer widerlegen könne, schrieben sie. Ebenso gut lasse sich eine Theorie des Unternehmens auf die Kosten der Unternehmensführung gründen: Je niedriger sie seien, desto mehr machten Unternehmen selbst. Beide Aussagen stimmen, und keine sagt, wann ein Unternehmen eine Transaktion ins eigene Haus holt14.
Der Vorwurf blieb haften, auch bei Bewunderern. Sechs Jahre später beschrieben Benjamin Klein, Robert Crawford und Alchian in einem Aufsatz, der auf Coase aufbauen wollte, dessen Ausgangspunkt als Binsenweisheit: Gewinnmaximierende Unternehmen übernähmen eben die Tätigkeiten, die sich intern billiger verwalten als am Markt einkaufen ließen15. Williamson zitierte die Klage des Ökonomen Stanley Fischer, Transaktionskosten hätten als theoretisches Hilfsmittel zu Recht einen schlechten Ruf, unter anderem wegen des Verdachts, dass sich mit passend gewählten Transaktionskosten fast alles begründen lasse16. 2009 schrieb das Komitee, das Williamson seinerseits den Nobelpreis zuerkannte, der Aufsatz von 1937 habe nur die Vorarbeiten zu einer wirklichen Theorie des Unternehmens geliefert. Solange offen bleibe, wovon die beiden Kostenarten abhängen, habe Coases Aussage wenig empirischen Gehalt17.
Theoretiker fügten zwei Einwände hinzu. Der Aufsatz zeigt nicht, warum die Kosten im Unternehmen niedriger sein sollten. Sanford Grossman und Oliver Hart erhoben diesen Einwand 1986 gegen die ganze Familie der Transaktionskostenargumente: Keines von ihnen erkläre, wie sich der Spielraum, einander auszunutzen, ändere, wenn aus einem von zwei eigennützigen Eigentümern ein ebenso eigennütziger Angestellter des anderen werde. Und Coases Grenze für die Unternehmensgröße, die begrenzte Führungskapazität des Eigentümers, fanden sie nicht überzeugend, weil der Eigentümer jederzeit einen weiteren Manager einstellen könne18.
Coase antwortete je nach Vorwurf verschieden. Dass man seinen Satz eine Tautologie nannte, also eine Aussage, die schon per Definition wahr ist, störte ihn nicht. Das sei „the criticism people make of a proposition which is clearly right“, sagte er 1987 – die Kritik, die man an einem Satz übt, der offensichtlich stimmt. Grossman und Hart hätten ihn falsch gelesen10. An anderer Stelle gab er nach. Eine Schwäche benannte er selbst: Eine der Hauptschwächen seines Aufsatzes sei, dass er das Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Urbild des Unternehmens gemacht habe. In der Frage, was zwischen Unternehmen und Markt entscheidet, gab er seinen Kritikern ganz recht. Eine umfassende Theorie dazu enthalte der Aufsatz nicht, sagte er in denselben Vorlesungen11. In Stockholm wiederholte er Williamsons Urteil, er habe nicht angegeben, welche Faktoren diese Wahl bestimmen, und fügte hinzu: „This also is true“ – auch das stimme7. Und 2009 bestritt er, wie die juristische Fakultät der Universität Chicago berichtet, die These des Aufsatzes, dass die Erträge mit wachsender Unternehmensgröße abnehmen, und nannte das Wachstum von Unternehmen eine soziologische Frage6.
Was er ausgelassen hatte
Eine Theorie, die nicht sagt, wovon ihre Kosten abhängen, lässt sich nicht prüfen. Von 1971 an lieferte Williamson das fehlende Stück nach. Transaktionen unterscheiden sich, argumentierte er, und ins Unternehmen gehören die, die komplex sind und Investitionen verlangen, die nur einem einzigen Geschäftspartner nützen. Ein Beispiel ist ein Presswerkzeug, das nur zur Tür eines bestimmten Autoherstellers passt. Ökonomen nennen das Faktorspezifität. Die Gefahr, die Klein, Crawford und Alchian 1978 beschrieben: Ist eine solche Investition einmal getätigt, kann die Gegenseite nachverhandeln, und der billigste Schutz dagegen kann sein, den Zulieferer zu besitzen, was vertikale Integration heißt15. Ökonomen nannten das später das Hold-up-Problem19. Weil sich Komplexität und Spezifität messen ließen, schrieb das Nobelkomitee, habe Williamsons Theorie den nötigen empirischen Gehalt gehabt17.
Coase war diesem Argument 1932 begegnet und hatte es selbst aufgeschrieben. In einem Brief aus Detroit beschrieb er in jenem Frühjahr einen Zulieferer, der teure Anlagen anschaffen muss, die sich nur für ein bestimmtes Produkt verwenden lassen, und der dann ein großes Risiko trägt: Sein einziger Kunde kann abwandern oder seine Monopolmacht nutzen, um den Preis zu drücken. Im Rückblick sagte er 1987, er habe das Argument für stichhaltig gehalten und Fälle dafür gefunden. Er habe aber auch festgestellt, dass Unternehmen der Gefahr mit Verträgen begegneten und solche Investitionen für einen einzigen Kunden trotzdem üblich waren1. Sein Beispiel war A. O. Smith in Milwaukee, ein unabhängiger Hersteller von Autorahmen, dessen Hauptkunde General Motors war11. Die Investition allein konnte also nicht entscheiden, ob ein Vertrag genügt oder Eigentum nötig ist, und er suchte weiter nach etwas Allgemeinerem1.
Das Lehrbuchbeispiel für einen Hold-up sind General Motors und Fisher Body. Nach der Darstellung von Klein, Crawford und Alchian schloss GM 1919 einen Zehnjahresvertrag, um seine geschlossenen Karosserien von Fisher zu beziehen, zu Selbstkosten plus 17,6 Prozent. Dann verlagerte sich die Nachfrage stark zu geschlossenen Wagen, GM kam zu der Ansicht, der Preis sei zu hoch, und Fisher habe sich geweigert, schrieben die drei, seine Karosseriewerke neben den Montagewerken von General Motors zu errichten. Im Jahr 1924 habe GM das Verhältnis für unerträglich gehalten, und 1926 kaufte der Konzern, der bereits 60 Prozent der Fisher-Aktien besaß, den Rest15.
Im Jahr 1987 war Coases eigene Erinnerung an den Fall noch nah an dieser Darstellung. Er hatte 1932 ein Werk von Fisher Body gesehen, und nach seiner Erinnerung hatte man ihm bei General Motors gesagt, der Hauptgrund für den Kauf sei gewesen, die Karosseriewerke in die Nähe der Montagewerke zu bekommen. So, wie es ihm damals erschienen sei, könne der Fall durchaus ein Beispiel dafür gewesen sein, dass ein solches Risiko die Übernahme erzwingt1. Dreizehn Jahre später widersprach er rundheraus. In einem Aufsatz, der erschien, als er 89 war, schrieb er: „This tale is factually incorrect“ – die Geschichte stimme sachlich nicht. Fisher habe seine Werke nicht weit von denen von GM errichtet, und es gebe keinen Beleg dafür, dass ein Hold-up stattgefunden habe20.
Klein antwortete im selben Heft der Zeitschrift und räumte einiges ein. Coases Schluss, Fisher habe seine Werke in dieser frühen Phase im Allgemeinen nah an die Produktionsstätten von GM gelegt, treffe zu, schrieb er, und der Aufsatz von 1978 habe den Bruch irrtümlich auf 1924 datiert. Was für Klein blieb, war das Jahr 1925: Damals wollte Fisher in Flint kein Werk bauen, und die Karosserien wurden 57 Meilen weit aus Detroit herangeschafft, mit einem Aufschlag von 17,6 Prozent auch auf die Transportkosten. Das nannte er weiterhin einen Hold-up und den Hauptgrund für den Kauf21. Zwei weitere Aufsätze im Heft stellten sich auf Coases Seite. Einer davon, von Robert Freeland, argumentierte, der Hold-up durch die Brüder Fisher sei erst erfolgt, nachdem sie Angestellte von General Motors geworden seien22.
Ein Einzelfall entscheidet nichts über eine Theorie. Er zeigt aber, wo Coase stand. Coase lehne die Vorstellung ab, dass spezifische Investitionen ein Bestimmungsgrund vertikaler Integration seien, schrieb Klein21. Der Mechanismus, der den Aufsatz prüfbar machte, war einer, den Coase mit 21 erwogen und beiseitegelegt hatte, und das Paradebeispiel dafür war eine Geschichte, die er am Ende bestritt.
Überwältigend, gemischt, bescheiden
Bis in die 1990er-Jahre war die prüfbare Fassung vielfach getestet worden, meist mit der Frage, ob Unternehmen diejenigen Teile und Dienstleistungen selbst erstellen, die spezifische Investitionen verlangen, und die übrigen zukaufen. Übersichtsarbeiten dazu kommen zu Urteilen, die unvereinbar klingen. Francine Lafontaine und Margaret Slade, die die Literatur 2007 für das Journal of Economic Literature sichteten, schrieben, die Belege seien insgesamt überwältigend23. Eine Metaanalyse in einer Managementzeitschrift hatte im Jahr davor eine starke Bestätigung gemeldet24. Robert David und Shin-Kap Han, die 2004 für eine andere Managementzeitschrift Ergebnisse auszählten, fanden eine Bestätigung in 47 Prozent der Tests und zeigten sich überrascht25. Eine Metaanalyse von 143 Studien bescheinigte der Theorie 2013 eine echte, aber bescheidene Erklärungskraft dafür, wie Unternehmen ihre wirtschaftliche Tätigkeit organisieren26.
Die Urteile liegen weniger weit auseinander, als sie klingen, denn hinter jedem steht eine andere Frage.
Weniger als die Hälfte der Tests fiel wie vorhergesagt aus
Wie 308 statistische Tests der Transaktionskostentheorie ausgingen, in 63 Aufsätzen der Jahre 1982 bis 2002.
Die Zahlen anzeigen
| Getestet | Tests | Signifikant, wie vorhergesagt | Nicht signifikant | Signifikant, Gegenrichtung |
|---|---|---|---|---|
| Alle Tests | 308 | 144 (47 %) | 133 (43 %) | 31 (10 %) |
| Faktorspezifität | 107 | 64 (60 %) | 39 (36 %) | 4 (4 %) |
| Unsicherheit | 87 | 21 (24 %) | 52 (60 %) | 14 (16 %) |
David und Han zählten 308 statistische Tests in 63 Aufsätzen. Als Bestätigung galt ein Test nur, wenn er in der vorhergesagten Richtung statistisch signifikant war. Nach diesem Maßstab bestätigten 144 Tests die Theorie; 31 waren in der Gegenrichtung signifikant, und 133 waren statistisch nicht signifikant (die letzte Zahl ist als Differenz selbst errechnet). Die zentrale Größe der Theorie schnitt besser ab: Von 107 Tests zur Faktorspezifität stützten 64 die Theorie, 4 widersprachen ihr. Unsicherheit, die Transaktionen ebenfalls ins Unternehmen drängen soll, wurde in 21 von 87 Tests bestätigt; in 14 sprach das Ergebnis dagegen25.
Lafontaine und Slade fragten für eine kleinere Auswahl von Studien, überwiegend aus volkswirtschaftlichen Zeitschriften, ob irgendein signifikantes Ergebnis der Theorie widerspricht. Fast keines. In ihren acht Tabellen zu Transaktionskosten zählen wir 41 Schätzungen aus 22 Studien, von denen manche in mehreren Tabellen auftauchen: 35 weisen in die vorhergesagte Richtung, 30 davon signifikant, und zwei sind signifikant negativ (eigene Zählung in der Arbeitspapierfassung)23. Die Metaanalyse von 2013 fragte, wie stark der Zusammenhang ist. In den 109 ihrer Studien, die ihn messen, beträgt die korrigierte Korrelation zwischen Faktorspezifität und Integration 0,12. Quadriert entspricht das etwa 1,4 Prozent der Streuung darin, wie stark Unternehmen vertikal integriert sind (eigene Berechnung), und die Autoren selbst schreiben, Transaktionskosten erklärten nur einen Bruchteil dessen, was Manager tun26.
Die Übersichten widersprechen einander also nicht. Für die zentrale Größe zeigt sich der vorhergesagte Effekt in den meisten Tests und kehrt sich selten um. Wie oft er statistisch signifikant ist, hängt von der Auswahl ab: in sechs von zehn Tests der Managementliteratur, in drei Vierteln der Schätzungen in den Tabellen der Ökonomen. Die einzige Übersicht, die seine Stärke gemessen hat, fand ihn schwach. Bei der Unsicherheit steht es beinahe unentschieden. Ob das eine überwältigende Bestätigung ist, hängt davon ab, was man sich erhofft hatte.
Die Übersichten führen eigene Zweifel an. Lafontaine und Slade merken an, dass Spezifität meist gemessen wird, indem man Manager danach fragt23. Eine andere Übersicht weist darauf hin, dass sie als gegeben behandelt wird, obwohl Unternehmen selbst wählen, wie spezialisiert sie investieren27. Die klassischen Studien prüften keine konkurrierende Erklärung, etwa die, dass Unternehmen im Haus behalten, was sie gut können: Von 27 viel zitierten Studien, die 2006 untersucht wurden, prüfte keine eine solche Erklärung; die Autoren nennen allerdings vier spätere Studien, die das tun28. Es gibt auch klare Gegenbeispiele. Bengt Holmström und John Roberts wiesen 1998 darauf hin, dass japanische Autohersteller die spezialisierten Presswerkzeuge bei ihren Zulieferern belassen, wo die Theorie sie im Eigentum des Herstellers erwartet, und dass die Beziehungen trotzdem stabil sind: In elf Jahren hatten nur drei von rund 150 direkten Toyota-Zulieferern den Zuliefererverband des Konzerns verlassen19.
Eine Studie von 2014 weckte einen anderen Zweifel. Enghin Atalay, Ali Hortaçsu und Chad Syverson werteten die Versanderhebungen des Census Bureau von 1993 und 1997 aus, um zu sehen, wohin Werke vertikal integrierter amerikanischer Unternehmen ihre Erzeugnisse liefern. Nach dem Lehrbuch besitzt ein Unternehmen seinen Zulieferer, um sich das Teil zu sichern. Ihr Befund: Rund die Hälfte der vorgelagerten Betriebe meldet keine Lieferungen an nachgelagerte Betriebe desselben Unternehmens, und im Median schickt ein Betrieb 0,4 Prozent seiner Lieferungen dorthin. Nach zwei weiter gefassten Definitionen einer internen Lieferung sinkt der Anteil der Betriebe ohne solche Lieferungen auf etwa ein Viertel. Die Autoren deuten das so, dass Eigentum vor allem dazu dienen könnte, immaterielle Vorleistungen wie Know-how im Unternehmen weiterzugeben. Dann würde die Entscheidung, ein physisches Teil selbst zu fertigen oder zuzukaufen, um die es in den Lehrbuchfällen geht, nur einen Bruchteil dessen erklären, was Unternehmen besitzen29. Dieselben Autoren stellten später fest, dass Eigentum Waren durchaus anzieht: Ein Betrieb desselben Unternehmens am Zielort erhöht die Liefermenge so stark wie eine um 40 Prozent kürzere Entfernung30. Multinationale Konzerne ähneln den Betrieben der ersten Studie: Im Jahr 2004 lieferte die ausländische Industrietochter eines amerikanischen Unternehmens im Median nichts an die Mutter und erhielt nichts von ihr31.
Technik und die Unternehmensgröße
Ein breiteres Publikum erreichte die Idee als Prognose. Wenn es Unternehmen gibt, weil die Nutzung von Märkten teuer ist, und Computer sie billig machen, dann müssten Unternehmen schrumpfen. Thomas Malone, Joanne Yates und Robert Benjamin argumentierten 1987, gestützt auf Williamson und ohne Coase zu zitieren, die Informationstechnik werde insgesamt zu einer Verschiebung hin zu anteilig mehr Marktnutzung führen32. 1998 beschrieben Malone und Robert Laubacher eine E-Lance-Ökonomie, deren Grundeinheit nicht der Konzern, sondern der Einzelne sei, und malten sich ein General Motors aus, das in mehrere Dutzend Sparten aufgeteilt ist, die das meiste von dem, was sie tun, ausgelagert haben33. Im selben Jahr verbanden Larry Downes und Chunka Mui Coases Namen mit einem „Law of Diminishing Firms“, einem Gesetz der schrumpfenden Unternehmen: Nähern sich die Transaktionskosten am offenen Markt null, dann gehe auch die Größe des Unternehmens gegen null34. Als die Gig-Ökonomie aufkam, erklärte der Economist sie unter der Zwischenüberschrift „Coase and effect“35, und 2017 hieß es in einem Erklärstück des Blattes zu dem Aufsatz, die Grenze zwischen Unternehmen und Markt scheine sich womöglich ganz aufzulösen; dass Unternehmen verschwinden, sei aber unwahrscheinlich, hieß es weiter36.
Coase hatte etwas anderes geschrieben. Die einzige Passage des Aufsatzes zur Technik besagt, Neuerungen wie Telefon und Telegraf, die das räumliche Organisieren verbilligen, vergrößerten tendenziell das Unternehmen. Eine Fußnote auf derselben Seite stellt eine Bedingung auf. Die meisten Erfindungen veränderten sowohl die Kosten des Organisierens als auch die der Marktnutzung, und ob eine Erfindung Unternehmen größer oder kleiner mache, hänge davon ab, wie stark sie die eine Kostenart im Verhältnis zur anderen verändere. Das Telefon selbst, heißt es dort, würde Unternehmen verkleinern, wenn es die Kosten der Marktnutzung stärker senkte2. Der Aufsatz sagt also nicht voraus, dass Unternehmen schrumpfen. Er nennt die Bedingung, unter der sie es täten. Auf die Frage, ob ihn die neuen elektronischen Geschäftsformen begeisterten, antwortete Coase 1997: „Yes, because I don’t understand them“ – ja, weil er sie nicht verstehe37.
Die größten Unternehmen haben sich nicht aufgelöst
Anteil der bei den größten und bei den kleinsten Unternehmen Beschäftigten an allen Beschäftigten der amerikanischen Privatwirtschaft, 1978 bis 2023.
Die Zahlen anzeigen
| Jahr | 10.000 und mehr Beschäftigte | Weniger als 20 Beschäftigte |
|---|---|---|
| 1978 | 25,0 % | 22,7 % |
| 1979 | 25,1 % | 22,1 % |
| 1980 | 25,6 % | 21,6 % |
| 1981 | 25,8 % | 21,7 % |
| 1982 | 25,1 % | 21,7 % |
| 1983 | 24,7 % | 22,4 % |
| 1984 | 24,1 % | 22,6 % |
| 1985 | 24,3 % | 22,2 % |
| 1986 | 24,2 % | 22,1 % |
| 1987 | 23,4 % | 22,0 % |
| 1988 | 23,3 % | 21,9 % |
| 1989 | 23,2 % | 21,5 % |
| 1990 | 23,6 % | 21,3 % |
| 1991 | 24,2 % | 21,2 % |
| 1992 | 23,8 % | 21,3 % |
| 1993 | 23,7 % | 21,4 % |
| 1994 | 23,6 % | 21,1 % |
| 1995 | 23,8 % | 20,8 % |
| 1996 | 24,5 % | 20,6 % |
| 1997 | 25,0 % | 20,3 % |
| 1998 | 25,5 % | 19,7 % |
| 1999 | 26,1 % | 19,4 % |
| 2000 | 26,7 % | 19,0 % |
| 2001 | 26,8 % | 18,8 % |
| 2002 | 26,7 % | 19,3 % |
| 2003 | 26,2 % | 19,3 % |
| 2004 | 25,9 % | 19,4 % |
| 2005 | 26,2 % | 19,2 % |
| 2006 | 26,3 % | 19,1 % |
| 2007 | 26,7 % | 18,8 % |
| 2008 | 26,8 % | 18,5 % |
| 2009 | 27,2 % | 18,6 % |
| 2010 | 27,1 % | 18,9 % |
| 2011 | 27,3 % | 18,6 % |
| 2012 | 27,3 % | 18,4 % |
| 2013 | 27,8 % | 18,1 % |
| 2014 | 27,7 % | 17,8 % |
| 2015 | 28,1 % | 17,6 % |
| 2016 | 28,3 % | 17,4 % |
| 2017 | 28,5 % | 17,2 % |
| 2018 | 28,9 % | 17,1 % |
| 2019 | 29,2 % | 16,8 % |
| 2020 | 29,4 % | 16,6 % |
| 2021 | 30,0 % | 17,2 % |
| 2022 | 29,5 % | 17,3 % |
| 2023 | 29,9 % | 16,7 % |
Was aus den Unternehmen wurde, lässt sich an den Business Dynamics Statistics des Census Bureau ablesen, die amerikanische Privatunternehmen mit Beschäftigten erfassen. Im Jahr 1978 entfielen auf Unternehmen mit 10.000 und mehr Beschäftigten 25,0 Prozent der Beschäftigung in dieser Reihe. Ihr Anteil fiel bis 1989 auf 23,2 Prozent, den tiefsten Wert der Reihe, bewegte sich bis Mitte der 1990er-Jahre kaum und stieg dann auf 29,9 Prozent im Jahr 2023. Auf Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten entfielen 22,7 Prozent im Jahr 1978 und 16,7 Prozent im Jahr 2023 (eigene Berechnung)38.
Die Prognose stützte sich auf eine reale Entwicklung. Erik Brynjolfsson, Malone und zwei Kollegen stellten fest, dass auf Investitionen in Informationstechnik kleinere Unternehmen folgten, und zwar in Daten für 1976 bis 1989, die Jahre, in denen der Anteil der größten Unternehmen fiel39. Malone und Laubacher führten 1998 an, der Anteil der amerikanischen Arbeitnehmer, die bei einem Fortune-500-Unternehmen beschäftigt sind, sei binnen 25 Jahren von einem Fünftel auf weniger als ein Zehntel gesunken33. Bis 1995 führte die Fortune-500-Liste nur Industrieunternehmen40, und in der Industrie setzte sich der Trend, den sie sahen, fort. Eine Studie des Census Bureau zu derselben Reihe berichtet, dass sich die Industrie weiter zu kleineren Unternehmen verschob, der Einzelhandel aber in die Gegenrichtung: Der Anteil seiner Beschäftigten in großen Unternehmen stieg von 36 Prozent im Jahr 1978 auf 62 Prozent im Jahr 201941. In der Gesamtwirtschaft lag der Anteil der größten Unternehmen im Jahr 1998, als die E-Lance-Ökonomie ausgerufen wurde, wieder über dem Stand von 1978.
Der Aufsatz sagt also nicht voraus, dass Unternehmen schrumpfen.
Auch in die Selbstständigkeit wechselten Arbeitnehmer nicht in dem vorhergesagten Ausmaß. Das Bureau of Labor Statistics, das Menschen nach ihrer Haupttätigkeit zählt, ermittelte für selbstständige Auftragnehmer einen Anteil an den Erwerbstätigen von 7,4 Prozent im Februar 2005, 6,9 Prozent im Mai 2017 und 7,4 Prozent im Juli 20234243. In Deutschland machten Solo-Selbstständige 3,6 Prozent der Erwerbstätigen im Jahr 1991 aus, 6,1 Prozent auf dem Höhepunkt 2005 und 3,5 Prozent im Jahr 2025. Das Statistische Bundesamt bringt den Anstieg ab 2003 mit dem Existenzgründerzuschuss in Verbindung, der sogenannten Ich-AG, die Mitte 2006 der Gründungszuschuss mit einem kleineren Kreis von Berechtigten ablöste44. Eine Erhebung schien einen Boom zu zeigen. Lawrence Katz und Alan Krueger berichteten 2016, alternative Arbeitsformen, eine weiter gefasste Kategorie, zu der auch Leiharbeiter, Beschäftigte auf Abruf und Mitarbeiter von Vertragsfirmen zählen, seien binnen eines Jahrzehnts von 10,7 auf 15,8 Prozent der amerikanischen Erwerbstätigen gestiegen45. Drei Jahre später korrigierten sie das auf einen Anstieg um 1 bis 2 Prozentpunkte und schrieben von ihrer Überschätzung aus dem Jahr 201646.
In manchem behielt die Prognose recht. Unternehmen gaben tatsächlich Arbeit an den Markt ab, allerdings Arbeit bestimmter Art. In Westdeutschland stieg der Anteil der Beschäftigten bei Reinigungs-, Sicherheits- und Logistikdienstleistern sowie bei Zeitarbeitsfirmen von 2 Prozent Mitte der 1970er-Jahre auf fast 8 Prozent im Jahr 2008, überwiegend nach 1990. Im Jahr 1975 arbeitete etwa jede zehnte Reinigungskraft bei einer Reinigungsfirma, 2008 waren es fast vier von zehn47. In den Vereinigten Staaten stieg der Anteil der Beschäftigten bei Unternehmensdienstleistern, nach weiter gefasster Definition und über einen längeren Zeitraum, von unter 2 Prozent im Jahr 1950 auf mehr als 8 Prozent im Jahr 201548. Eine Studie, die einzelne Unternehmen verfolgte, weist in dieselbe Richtung: Französische Unternehmen, die in den 2000er-Jahren Breitband bekamen, gaben mehr für Fremdvergabe aus und beschäftigten ein schmaleres Spektrum an Berufen49.
Andere Messgrößen sind schwerer zu deuten. Die Zahl der Steuererklärungen amerikanischer Unternehmen ohne Beschäftigte hat sich verdoppelt, von 15,4 Millionen für 1997 auf 32,0 Millionen für 2024 (eigene Zählung aus Dateien des Census Bureau)50. Wie viel davon neue Arbeit ist, ist umstritten: Eine 2025 erschienene Auswertung der Steuerdaten kommt zu dem Ergebnis, dass dem Anstieg der gemeldeten Selbstständigkeit seit 2005 keine entsprechenden Zahlungen an Auftragnehmer gegenüberstehen, wie Unternehmen sie melden, und dass er vor allem auf Angaben von Geringverdienern zurückgeht51. Nach einer Zählung haben die größten Unternehmen ihr Tätigkeitsfeld verengt: Das größte Unternehmen einer durchschnittlichen Branche war 1982 in 13 weiteren Branchen tätig und 2012 in weniger als 952. Eine Auswertung der Geschäftsberichte börsennotierter Unternehmen kommt zum gegenteiligen Ergebnis: Amerikanische Unternehmen hätten ihr Tätigkeitsfeld in den vergangenen dreißig Jahren ausgeweitet53.
Die Beschäftigtenzahl ist ohnehin ein grober Ersatz für das, was der Aufsatz unter Größe verstand, nämlich die Zahl der Transaktionen, die ein Unternehmen organisiert. Keine Statistik zählt sie. Am nächsten kommen ihr zwei Reihen: der Anteil des amerikanischen Warenaußenhandels, der zwischen verbundenen Unternehmen stattfindet, 38,5 Prozent im Jahr 1992 und 42,8 Prozent im Jahr 2025 (für 1992 eigene Berechnung)54, und der Anteil am Vermögen aller amerikanischen Kapitalgesellschaften, den das größte 1 Prozent von ihnen hält und der von 70 Prozent im Jahr 1931 auf 97 Prozent im Jahr 2018 stieg55.
Eine Studie zeigt Coases beide Kostenarten in einer einzigen Branche am Werk. George Baker und Thomas Hubbard untersuchten, was Bordcomputer zwischen 1987 und 1997 im amerikanischen Straßengüterverkehr bewirkten. Einfache Fahrtenschreiber, mit denen ein Halter nachträglich sehen kann, wie ein Fahrer mit dem Lkw umgegangen ist, machten es billiger, eigene Fahrer zu beaufsichtigen, und verlagerten Transporte in den Werkverkehr der Verlader. Die fortgeschritteneren Geräte meldeten zusätzlich den Standort eines Lkw während der Fahrt, was dem Disponenten hilft, Rückfracht zu finden, und diese Funktion verlagerte Transporte zu Speditionen. Ob die Einführung der Informationstechnik im Straßengüterverkehr zu größeren oder zu kleineren Unternehmen geführt habe, fragten die Autoren. Ihre Antwort: ja. Ob das Ergebnis auch für andere Branchen gilt, ließen sie offen56.
Was bleibt
Drei Dinge sind auseinanderzuhalten: die Frage, die Antwort und die Prognose.
Die Frage hat Bestand. Selbst die Kritiker, die bestritten, dass ein Unternehmen auf Autorität beruht, fragten dann selbst, warum es Unternehmen gibt und wo sie enden. Daraus ist ein Fachgebiet mit eigenen Nobelpreisen geworden: 2009 erhielt ihn Williamson für Arbeiten zu den Grenzen des Unternehmens17, 2016 erhielten ihn Hart und Holmström für die Vertragstheorie. Das Preiskomitee nannte den Aufsatz von 1937 damals den geistigen Ursprung der modernen Theorie dieser Grenzen57.
Die Antwort war, so wie sie dastand, eine Blickrichtung. Sie sagte, wohin man schauen soll, nämlich auf die Kosten der Marktnutzung im Vergleich zu den Kosten des Organisierens, und sie sagte nicht, was man dort findet. Coase stimmte dem zu und sagte in Stockholm, nötig sei mehr empirische Arbeit zu Verträgen und zu dem, was Unternehmen tun7. Die prüfbare Fassung bauten andere – auf einem Mechanismus, den er beiseitegelegt hatte. Die Tests bestätigen ihre Hauptvorhersage schwach und ihre übrigen Vorhersagen uneinheitlich.
Die Prognose stammte nie von ihm. Er schrieb, Telefon und Telegraf würden Unternehmen tendenziell vergrößern, und fügte in einer Fußnote hinzu, das Telefon würde sie verkleinern, wenn es die Kosten der Marktnutzung stärker senkte. Falsch sein kann das nicht, und eben das ist die Schwäche, die seine Kritiker am ganzen Aufsatz fanden: Eine Aussage, nach der Unternehmen wachsen oder schrumpfen, je nachdem, welche Kosten stärker fallen, passt zu jedem Ergebnis. Ihr Vorzug ist, dass sie sagt, was zu messen ist. Wo es jemand tat, im Straßengüterverkehr, fiel die Antwort in beide Richtungen aus. Und mit dem Muster der vergangenen dreißig Jahre, einem wachsenden Anteil der Arbeitsplätze in den größten Unternehmen bei zugleich mehr Auslagerung, hatte das Gesetz der schrumpfenden Unternehmen nicht gerechnet.
Coase starb am 2. September 2013 in Chicago, mit 102 Jahren6. In Stockholm hatte er seinen Zuhörern gesagt, er habe keine Neuerungen in der hohen Theorie hervorgebracht. Sein Beitrag sei gewesen, die Ökonomen zu drängen, Merkmale des Wirtschaftssystems zu berücksichtigen, die so offensichtlich seien, dass man sie übersehen habe. Es sei ein seltsames Erlebnis, mit über achtzig für eine Arbeit gelobt zu werden, die er in seinen Zwanzigern geleistet habe. Er schloss mit dem Trost, der einem Gelehrten bleibt, dessen Idee stimmt: Er könne darauf zählen, dass sie am Ende anerkannt werde, wenn er nur lange genug lebe7.
Quellen
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R. H. Coase, „The Nature of the Firm: Origin“, The Journal of Law, Economics, and Organization 4(1), Frühjahr 1988, S. 3–17. Zitiert nach dem Nachdruck in O. E. Williamson und S. G. Winter (Hrsg.), The Nature of the Firm: Origins, Evolution, and Development, Oxford University Press, 1993, S. 35–46. Die 1987 gehaltene Vorlesung druckt Coases Briefe an Ronald Fowler aus dem Jahr 1932 ab. ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎
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R. H. Coase, „The Nature of the Firm“, Economica 4(16), November 1937, S. 386–405. Seiten, Fußnoten und Wörter: eigene Zählung am gescannten Aufsatz. Die Passage über Erfindungen und ihre Fußnote stehen auf S. 397. ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎
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Ronald H. Coase, Autobiografie für die Nobelstiftung, 1991. ↩︎ ↩︎ ↩︎
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Crossref, Eintrag zum Aufsatz, 15.289 registrierte Verweise darauf, abgerufen am 11. Oktober 2026. OpenAlex, ein breiteres Verzeichnis, das weiter unten verwendet wird, führt 24.069 zitierende Arbeiten. ↩︎
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R. H. Coase, „Industrial Organization: A Proposal for Research“, in Victor R. Fuchs (Hrsg.), Policy Issues and Research Opportunities in Industrial Organization, National Bureau of Economic Research, 1972, S. 59–73, hier S. 62–63. Der Vortrag wurde im November 1970 gehalten. ↩︎ ↩︎
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University of Chicago Law School, „Ronald H. Coase, Founding Scholar in Law and Economics, 1910-2013“, 2. September 2013. Die Äußerungen von 2009 stammen aus einer Videoansprache, wie der Nachruf sie wiedergibt. ↩︎ ↩︎ ↩︎
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Ronald H. Coase, „The Institutional Structure of Production“, Vorlesung zum Gedenken an Alfred Nobel, Stockholm, 9. Dezember 1991. ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎
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D. H. Robertson, The Control of Industry, Harcourt, Brace and Company, New York, 1923, S. 84. Hier zitiert, wie Coase es auf S. 388 wiedergibt, ohne Robertsons Komma. ↩︎
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Herbert A. Simon, „Organizations and Markets“, Journal of Economic Perspectives 5(2), 1991, S. 25–44, hier S. 27–28. ↩︎
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R. H. Coase, „The Nature of the Firm: Meaning“, The Journal of Law, Economics, and Organization 4(1), Frühjahr 1988, ab S. 19. Zitiert nach dem Nachdruck von 1993, S. 48–58. ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎
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R. H. Coase, „The Nature of the Firm: Influence“, The Journal of Law, Economics, and Organization 4(1), Frühjahr 1988, ab S. 33. Zitiert nach dem Nachdruck von 1993, S. 61–67. Dessen S. 70–72 zu A. O. Smith lagen uns nur als Suchausschnitte vor. ↩︎ ↩︎ ↩︎
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Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, Pressemitteilung zum Preis für Wirtschaftswissenschaften, 15. Oktober 1991. ↩︎
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OpenAlex, Eintrag zum Aufsatz und der 24.069 Arbeiten, die das Verzeichnis als zitierend führt, abgerufen am 11. Oktober 2026. Die Quoten sind eigene Zählung, die Quellenzeile des Diagramms nennt das Verfahren. Die Anteile von 45 und 23 Prozent beziehen sich auf alle 24.069 Arbeiten, gleich aus welchem Jahr. Von den 19 zitierenden Arbeiten, die das Verzeichnis aus der Zeit vor 1970 führt, sind mindestens 8 Fehlzuordnungen. ↩︎
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Armen A. Alchian und Harold Demsetz, „Production, Information Costs, and Economic Organization“, American Economic Review 62(5), 1972, S. 777–795, hier S. 777 und 783. ↩︎ ↩︎
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Benjamin Klein, Robert G. Crawford und Armen A. Alchian, „Vertical Integration, Appropriable Rents, and the Competitive Contracting Process“, The Journal of Law and Economics 21(2), Oktober 1978, S. 297–326, hier S. 297–298 und 308–310. Die Beteiligung von 60 Prozent steht in Fußnote 25. ↩︎ ↩︎ ↩︎
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Oliver E. Williamson, „Transaction-Cost Economics: The Governance of Contractual Relations“, The Journal of Law and Economics 22(2), Oktober 1979, S. 233–261, hier S. 233, mit einem Zitat von Stanley Fischer aus dem Journal of Monetary Economics 3 (1977), S. 322. ↩︎
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Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, „Economic Governance“, wissenschaftlicher Hintergrund zum Preis für Wirtschaftswissenschaften 2009, 12. Oktober 2009, S. 1–2. ↩︎ ↩︎ ↩︎
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Sanford J. Grossman und Oliver D. Hart, „The Costs and Benefits of Ownership: A Theory of Vertical and Lateral Integration“, Journal of Political Economy 94(4), August 1986, S. 691–719, hier S. 692–693 und Fußnote 1. ↩︎
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Bengt Holmström und John Roberts, „The Boundaries of the Firm Revisited“, Journal of Economic Perspectives 12(4), 1998, S. 73–94, hier S. 74 und 81. ↩︎ ↩︎
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R. H. Coase, „The Acquisition of Fisher Body by General Motors“, The Journal of Law and Economics 43(1), April 2000, S. 15–32. Zitiert nach der Zusammenfassung des Aufsatzes; der Volltext lag uns nicht vor. ↩︎
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Benjamin Klein, „Fisher—General Motors and the Nature of the Firm“, The Journal of Law and Economics 43(1), April 2000, S. 105–142, hier S. 106 und 112–116. ↩︎ ↩︎
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Robert F. Freeland, „Creating Holdup Through Vertical Integration: Fisher Body Revisited“, The Journal of Law and Economics 43(1), April 2000, S. 33–66. Nach der Zusammenfassung. Der andere Aufsatz stammt von Ramon Casadesus-Masanell und Daniel F. Spulber, S. 67–104. ↩︎
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Francine Lafontaine und Margaret Slade, „Vertical Integration and Firm Boundaries: The Evidence“, Journal of Economic Literature 45(3), 2007, S. 629–685. Gelesen in der Arbeitspapierfassung, Warwick Economic Research Paper 799, Mai 2007, S. 32–35 und Tabellen 7 bis 14. ↩︎ ↩︎ ↩︎
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Inge Geyskens, Jan-Benedict E. M. Steenkamp und Nirmalya Kumar, „Make, Buy, or Ally: A Transaction Cost Theory Meta-Analysis“, Academy of Management Journal 49(3), 2006, S. 519–543. Nach der Zusammenfassung. ↩︎
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Robert J. David und Shin-Kap Han, „A systematic assessment of the empirical support for transaction cost economics“, Strategic Management Journal 25(1), 2004, S. 39–58, Tabelle 2 und S. 51. ↩︎ ↩︎
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T. Russell Crook, James G. Combs, David J. Ketchen und Herman Aguinis, „Organizing Around Transaction Costs: What Have We Learned and Where Do We Go from Here?“, Academy of Management Perspectives 27(1), 2013, S. 63–79, Tabelle 1. ↩︎ ↩︎
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Jeffrey T. Macher und Barak D. Richman, „Transaction Cost Economics: An Assessment of Empirical Research in the Social Sciences“, Business and Politics 10(1), 2008, S. 1–63. Gelesen im Manuskript der Autoren von 2006. ↩︎
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Richard Carter und Geoffrey M. Hodgson, „The impact of empirical tests of transaction cost economics on the debate on the nature of the firm“, Strategic Management Journal 27(5), 2006, S. 461–476, hier S. 474. ↩︎
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Enghin Atalay, Ali Hortaçsu und Chad Syverson, „Vertical Integration and Input Flows“, American Economic Review 104(4), 2014, S. 1120–1148, hier S. 1120–1122 und Tabelle 1. ↩︎
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Enghin Atalay, Ali Hortaçsu, Mary Jialin Li und Chad Syverson, „How Wide Is the Firm Border?“, The Quarterly Journal of Economics 134(4), 2019, S. 1845–1882. ↩︎
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Natalia Ramondo, Veronica Rappoport und Kim J. Ruhl, „Intrafirm trade and vertical fragmentation in U.S. multinational corporations“, Journal of International Economics 98, 2016, S. 51–59. Gelesen im angenommenen Manuskript. ↩︎
-
Thomas W. Malone, Joanne Yates und Robert I. Benjamin, „Electronic markets and electronic hierarchies“, Communications of the ACM 30(6), Juni 1987, S. 484–497, hier S. 484. ↩︎
-
Thomas W. Malone und Robert Laubacher, „The Dawn of the E-Lance Economy“, Harvard Business Review, September–Oktober 1998. ↩︎ ↩︎
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Geoffrey Sampson, „The myth of diminishing firms“, Communications of the ACM 46(11), November 2003, S. 25–28, mit einem Zitat aus Larry Downes und Chunka Mui, Unleashing the Killer App (1998). Sampson argumentiert gegen das Gesetz. ↩︎
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The Economist, „There’s an app for that“, Briefing, 3. Januar 2015. ↩︎
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The Economist, „Coase’s theory of the firm“, Reihe Economics brief, 27. Juli 2017. ↩︎
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Thomas W. Hazlett, „Looking for Results: An Interview with Ronald Coase“, Reason, Januar 1997. ↩︎
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US Census Bureau, Business Dynamics Statistics, Ausgabe 2023, landesweite Tabelle nach Unternehmensgröße, abgerufen am 11. Oktober 2026. Die Anteile sind eigene Berechnung. ↩︎
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Erik Brynjolfsson, Thomas W. Malone, Vijay Gurbaxani und Ajit Kambil, „Does Information Technology Lead to Smaller Firms?“, Management Science 40(12), Dezember 1994, S. 1628–1644. Die Jahre der Daten stammen aus der Arbeitspapierfassung vom Januar 1993. ↩︎
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Fortune, „Fortune Archives: The year the Fortune 500 recalibrated“, 8. Juni 2025. ↩︎
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Christopher Goetz und Martha Stinson, „The Business Dynamics Statistics: Describing the Evolution of the U.S. Economy from 1978-2019“, US Census Bureau, Center for Economic Studies, Arbeitspapier 21-33, Oktober 2021. Das Papier nennt 500 Beschäftigte als Schwelle für ein großes Unternehmen; seine landesweiten Zahlen passen zur Klasse ab 1.000 Beschäftigten in den veröffentlichten Tabellen. ↩︎
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US Bureau of Labor Statistics, „Contingent and Alternative Employment Arrangements — May 2017“, Pressemitteilung USDL-18-0942, 7. Juni 2018, die auch die Zahl für Februar 2005 nennt. ↩︎
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US Bureau of Labor Statistics, „Contingent and Alternative Employment Arrangements — July 2023“, Pressemitteilung USDL-24-2267, 8. November 2024. ↩︎
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Statistisches Bundesamt, „Solo-Selbstständige“, Qualität der Arbeit, 23. Juli 2026. Anteil an allen Erwerbstätigen von 15 bis 64 Jahren. Die Erhebung wurde 2020 neu gestaltet, die Werte seither sind mit den früheren nur eingeschränkt vergleichbar. ↩︎
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Lawrence F. Katz und Alan B. Krueger, „The Rise and Nature of Alternative Work Arrangements in the United States, 1995-2015“, NBER-Arbeitspapier 22667, September 2016. ↩︎
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Lawrence F. Katz und Alan B. Krueger, „Understanding Trends in Alternative Work Arrangements in the United States“, RSF: The Russell Sage Foundation Journal of the Social Sciences 5(5), 2019, S. 132–146, hier S. 133. ↩︎
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Deborah Goldschmidt und Johannes F. Schmieder, „The Rise of Domestic Outsourcing and the Evolution of the German Wage Structure“, The Quarterly Journal of Economics 132(3), 2017, S. 1165–1217. Die Zahlen stammen aus der Arbeitspapierfassung, NBER-Arbeitspapier 21366, Juli 2015. ↩︎
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David Dorn, Johannes F. Schmieder und James R. Spletzer, „Domestic Outsourcing in the United States“, Bericht für das US-Arbeitsministerium, 31. Januar 2018 (archivierte Fassung). ↩︎
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Antonin Bergeaud, Clément Malgouyres, Clément Mazet-Sonilhac und Sara Signorelli, „Technological Change and Domestic Outsourcing“, Journal of Labor Economics 43(4), 2025, S. 1135–1168. Nach der Zusammenfassung. ↩︎
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US Census Bureau, Nonemployer Statistics, landesweite Dateien für 1997 und 2024, abgerufen am 11. Oktober 2026: 15.439.609 und 31.985.874 Unternehmen ohne bezahlte Beschäftigte. Die Zahlen beruhen auf Unterlagen zur Einkommensteuer der Unternehmen. ↩︎
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Andrew Garin, Emilie Jackson und Dmitri Koustas, „New Gig Work or Changes in Reporting? Understanding Self-Employment Trends in Tax Data“, American Economic Journal: Applied Economics 17(3), 2025, S. 236–270. Nach der Zusammenfassung. ↩︎
-
David Autor, David Dorn, Lawrence F. Katz, Christina Patterson und John Van Reenen, „The Fall of the Labor Share and the Rise of Superstar Firms“, The Quarterly Journal of Economics 135(2), 2020, S. 645–709, hier S. 663–665. ↩︎
-
Gerard Hoberg und Gordon M. Phillips, „Scope, Scale, and Concentration: The 21st-Century Firm“, The Journal of Finance 80(1), 2025, S. 415–466. Nach der Zusammenfassung. ↩︎
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US Census Bureau, „U.S. Goods Trade: Imports and Exports by Related-Parties, 2025“, 7. Juli 2026, und die Mitteilung für 1992 vom 6. April 1994. Der Anteil für 1992 ist eigene Berechnung aus den dort genannten Import- und Exportsummen; die Bezugsgrößen der beiden Jahre weichen leicht voneinander ab. ↩︎
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Spencer Y. Kwon, Yueran Ma und Kaspar Zimmermann, „100 Years of Rising Corporate Concentration“, American Economic Review 114(7), 2024, S. 2111–2140. ↩︎
-
George P. Baker und Thomas N. Hubbard, „Make Versus Buy in Trucking: Asset Ownership, Job Design, and Information“, American Economic Review 93(3), 2003, S. 551–572. ↩︎
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Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, „Oliver Hart and Bengt Holmström: Contract Theory“, wissenschaftlicher Hintergrund zum Preis für Wirtschaftswissenschaften 2016, 10. Oktober 2016, S. 18. ↩︎